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Die letzten Wochen bzw. Monate habe ich eins-zu-eins erfahren, was es heisst,
sehr viel und unter Dauerstress zu arbeiten. Das Fazit vorneweg - es ist nicht
gesund und ich möchte das nicht oft tun. Meine Grenzen habe ich dabei erfahren,
dieser Januar war härter als jeder Wettkampf und jedes Training, das ich in
meiner ganzen Karriere bis jetzt gemacht habe. Aber phasenweise hat's mich stark
an den Spitzensport erinnert - du wirst richtig perfektionistisch, versuchst das
letzte aus den gegebenen Möglichkeiten bzw. Zeit herauszukitzeln, und dabei
pusht man sich im Team gegenseitig vorwärts. Jeder hat irgendwann mal eine
Krise, glaubt nicht mehr, dass man es schaffen kann, aber dann ist fast sicher
jemand zur Stelle, der grad eine gute Phase hat und dich mitzieht, bis auch du
selbst wieder dran glaubst. Das war das Schöne am ganzen, dieser Teamgeist,
jeder gibt alles und zieht am selben Strick. Und das positivste: wir haben bei
unserem Forschungsprojekt wohl mehr erreicht, als wir erwarten durften und ich
bin mit den Resultaten sehr zufrieden!! Leider kann ich im Moment noch keine
sexy Demo-Videos veröffentlichen, im März/April erfahren wir, ob das Paper
angenommen wurde.
Logischerweise geht all dies jedoch auf Kosten von vielem anderem, denn wenn
man sein Leben mehr oder weniger im Büro verbringt, werden soziale und
körperliche Aktivitäten plötzlich zu Dingen, die man sich richtig erkämpfen
muss. Es soll ja Leute geben, die über Jahre 80,90 Stunden pro Woche arbeiten;
für mich ist das definitiv nichts, vor allem wenn du konstant unter Strom
stehst. Dass ich wirklich am Limit war, musste ich im Ausgang anschliessend an
die deadline am 25. Januar erfahren: nach lächerlichen zwei Bier musste ich
klein beigeben, der Körper rebellierte. Nicht dass ich allgemein gut geeicht
wäre, und zudem hatte ich den ganzen Tag fast nichts gegessen, aber das waren
dann doch ziemlich deutliche Zeichen, jetzt mal etwas kürzer zu treten. In den
letzten Wochen habe ich auch gemerkt, wie viel mir der Sport immer noch
bedeutet. Es muss ja nicht grad tägliches Training sein, aber doch regelmässig,
sonst fühle ich mich einfach nicht gut. Und ab und zu mal die Sau rauslassen im
Training oder Wettkampf macht einfach Spass!
Training
Deshalb weht ab jetzt wieder ein anderer Wind. Im Büro sind lockerere Zeiten
angebrochen und ich habe wieder mit anständigem Training begonnen. Natürlich
muss ich jetzt langsam beginnen, das Ziel sind vorerst mal 4-5 gute Trainings
pro Woche. Ich glaube, damit kann ich ein sehr anständiges Niveau beibehalten,
denn ich bin immer wieder von mir selbst überrascht, wieviel ich doch noch zu
leisten vermag bei dem minimalen Aufwand der letzten Monate, obschon klar ist,
dass ich nicht ewig von früheren Zeiten zehren kann. Zur Bewegungstherapie
geht's hier.
Über Weihnachen/Neujahr war ich ja im langsam fast traditionellen
Madulain-Lager. Es herrschten super Verhältnisse, um wieder mal so richtig in
der klassischen Technik zu langlaufen, was ich voll ausnutzte. Mit jedem
einzelnen Tag fühlte ich mich stärker, obschon ich täglich fast ein ganzes
Herbst-Wochenpensum absolvierte! Aber es scheint, dass ich, sobald ich mal Zeit
habe, zu entspannen, auszuschlafen und den Tag in wunderschöner Umgebung zu
geniessen, plötzlich von irgendwo her ungeahnte Energien freimachen kann.
Letztes Jahr beim Rennvelofahren
in Mallorca war es ja ganz ähnlich. Ich hoffe, ich kann dort weitermachen,
wo ich in Madulain
aufgehört habe, so macht der Sport nämlich echt Spass!!! (und das ist ja der
Hauptgrund warum ich trainiere).
Auf der Suche nach Sonne auf dem Schnebelhorn.
In einer Woche geht's nochmals ein paar Tage auf die Ski, und dann schon bald
nach Portugal!
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